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EUROPEAN KARTING FINALS – Schweizer Doppelsieg bei den Junioren

Sebastian Häfeli EKF Kart Champion 2018

Der Schweizer Sebastian Häfeli wird erster EKF-Champion. Der 16-jährige Aargauer siegt vor dem Jurassier Nathan Neuhaus (13). Dritter wird der Deutsche Maximilian Schneider (14). Mit Pirmin Zimmerli fährt ein weiterer Schweizer nur hauchdünn am Podest vorbei. Der erst 12-jährige Berner Oberländer musste sich mit der schnellsten Rundenzeit des gesamten Renntages trösten.

Roggwil BE / ekf – Im Motorsportzentrum Race-Inn fanden am Sonntag 04.Februar die ersten European-Karting-Finals (EKF) der Kategorien Junioren und Masters statt. Der Renntag begann mit zwei Qualifying Läufen. Der Berner Oberländer Pirmin Zimmerli, 3-facher Schwarzwald-Cup-Meister, fuhr die beste Gesamtzeit und konnte das Prefinale über 15 Runden von der Poleposition, vor Maximilian Schneider aus Deutschland in Angriff nehmen. Dahinter lauerten Nathan Neuhaus (SUI), Dario Sebastiano (ITA) und Moritz Theoboldt (GER).

Schneider gewinnt Vorlauf – Zimmerli in Kollision verwickelt

Beim Start des Prefinals behauptete Zimmerli die Spitze, vor Schneider, Neuhaus und Häfeli, der mit einem Blitzstart zwei Plätze gut machen konnte. Dahinter ging bereits in der Startrunde eine Lücke auf. Der jüngste dieses Quartetts, der 12-jährige Leader Pirmin Zimmerli, bekundete jedoch sichtlich Mühe mit den Reifen, die nicht so schnell auf Temperatur gebracht werden konnten. Schneider nutzte die Chance in Runde 2, stach in der ersten von zwei links/rechts Schikanen rein und zog am Schweizer, für den des gleich noch schlimmer kam, vorbei. Denn Zimmerli wurde bei dem Manöver vom nachfolgenden Fahrer hinten links getroffen, konnte den Dreher nicht mehr verhindern und viel weit zurück.

Der neue Führende, der 14-jährige Deutsche Maximilian Schneider, liess sich davon nicht beeindrucken und siegte schliesslich souverän vor Sebastian Häfeli und Pirmin Zimmerli, der nach einer starken Aufholjagd wieder den Anschluss an die Spitze herstellen konnte.

Häfeli geht im Finale in Führung

Auch der Start zum Finalerennen ist hartumkämpft. Zwar kann Polsetter Schneider in der Startrunde ein paar Meter Vorsprung herausfahren, wird von Häfeli aber schnell wieder eingeholt und bald auch überholt. Dahinter schliesst auch Neuhaus rasch zum Deutschen auf, zieht ebenfalls an Schneider vorbei und macht sich auf die Verfolgung von Leader Häfeli, der bereits einige Meter herausfahren konnte. Auch Zimmerli kam in der Folge an Schneider vorbei, schloss rasch zu Neuhaus auf und schaffte gemeinsam mit dem Westschweizer wieder den Anschluss an die Spitze. Schneider musste das Trio leicht ziehen lassen, konnte aber, als an der Spitze die Positionskämpfe begannen wieder aufschliessen.

Neuhaus klebte Häfeli am Heck, setzte den Führenden massiv unter Druck und startete mehrere Attacken. Doch Leader Häfeli machte es dem Westschwizer mit einer lückenlosen Kampflinie sehr schwer, andererseits durfte sich der zweitplatzierte Neuhaus auch keinen Fehler erlauben, denn dahinter lauerten Zimmerli und Schneider auf ihre Chance.

Malakai Lais auf dem Vormarsch

Dahinter gab es auch im Mittelfeld beinharte Zweikämpfe, teilweise an oder gar über der Grenze des Erlaubten. Malakai Lais, der Neunte der Qualifikation, liess sich davon nicht beeindrucken. Seine starke Rennpace brachte ihn bis auf Rang 5 nach vorne. Zusammen mit dem 15-jährigen Deutschen Moritz Theoboldt war er hinter dem Spitzenquartett der erste Verfolger. Auch Gjokj Prek und Luis Marx konnten sich aus dem Mittelfeld lösen und folgten auf den Positionen sieben und acht.

Harter Kampf im Mittelfeld

Dahinter tobte der Kampf einer Sechsergruppe, die bis kurz vor Schluss zusammen blieb. Rad an Rad-Kämpfe, teilweise zu Dritt nebeneinander, waren keine Seltenheit. Mit dabei auch das einzige Mädchen im Rennen. die 11-jährige Deutsche Chayenne Gantert, die im ersten Qualifying noch Mühe bekundetete, sich aber von Lauf zu Lauf steigerte, schaffte es, sich im harten Kampf um die Mittelfeldplätze zu behaubten und fuhr gar die siebtbeste Rundenzeit.

Häfeli verteidigt Spitze und siegt vor Neuhaus

In den letzten von 25 Runden intensivierte sich auch an der 4 Fahrer umfassenden Spitze nochmals der Kampf um Titel und Podestplätze. Neuhaus stellte erneut seine enormen Fortschritte unter Beweis und versucht noch einmal mit allen Mitteln die Führung übernehmen zu können. Rad an Rad rasen die beiden auf die 180 Grad Kurve kurz nach der Zieldurchfahrt zu. Zimmerli klebt Neuhaus am Heck, will profitieren und ebenfalls durchschlüpfen, doch Häfeli behält die Oberhand und Neuhaus muss zurückstecken, tritt auf die Bremse und dahinter auch Zimmerli. Der viertplatzierte Schneider nutzt die Situation und zieht an Zimmerli vorbei. Dieser kontert vor der nachfolgenden Schikane und setzt sich auf der Innenseite neben Schneider, der aber hart entgegenhält, die Türe zu macht. Beide kommen kurz ins rutschen, doch Schneider bleibt vorne und sichert sich somit den Podestplatz.

Dies war dann auch das letzte Manöver in der Spitzengruppe. Sebastian Häfeli wird als erster EKF-Junioren-Champion abgewunken. Hauchdünn vor Nathan Neuhaus und Maximilan Schneider. Pirmin Zimmerli blieb der undankbare vierte Schlussrang und abermals die klar beste Rennrunde. Dahinter folgten Lais, Theoboldt, Perk und Marx. Marucci wurde Neunter und Gantert als einzies Mädchen schaffte es ebenfalls als Zehnte in die Top10.

Elektronischer Gewichtsausgleich

Für den Renntag kam erstmals der elektronische Gewichtsausgleich nach der SKL-Regel zum Einsatz. Um Chancengleichheit gewähren zu können, wurden alle Karts mittels dem von SODI entwickelten Gewichtsausgleich angepasst. Dabei werden nicht mehr physische Gewichte mitgeführt, sondern die Motorenleistung in der Beschleunigungsphase entsprechend dem Fahrergewicht angepasst. Fahrer und Betreuer reagierten vor dem Renntag grösstenteils skeptisch auf die Neuerung. Der Tenor nach dem Rennen war aber aber sowohl bei den Junioren als auch der Erwachsenen-Kategorie fast einheitlich positiv. Grosser Vorteil der neuen Technik ist natürlich, dass sich durch die Anpassung die Balance, bzw. das Fahrverhalten des Karts nicht mehr negativ verändert, so wie dies jeweils beim Mitführen von mehreren Kilo Blei im Seitenkasten, der Fall ist.

Die neue Gewichtsausgleichstechnik wird in Mitteleuropa bisher erst im Motorsportzentrum Race-Inn Roggwil angeboten. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass diese Technik bald auch auf anderen Kartbahnen eingeführt wird.

 

Ergebnisse EUROPEAN KARTING FINALS – Roggwil (Schweiz) – 04.02.2018 – Kategorie Junioren.

Qualifying (2x 5 Minuten Zeitfahren)
1.Pirmin Zimmerli SUI 1:28.914, 2.Maximilan Schneider GER 1:29.093, 3.Nathan Neuhaus SUI 1:29.253, 4.Dario Sebastiano ITA 1:29.265, 5.Moritz Theoboldt GER 1:29.312. Klassiert: 16

Finalrennen 25 Runden:
1.Sebastian Häfeli SUI, 2.Nathan Neuhaus SUI +0.203 Sek., 3.Maximilian Schneider GER +0.952, 4.Pirmin Zimmerli SUI +1.623, 5.Malakai Lais GER +7.800. Klassiert: 16

Komplette Ergebnisse unter:

Resultate Junioren 1.EUROPEAN KARTING FINALS vom 04.02.2018 in Roggwil BE

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