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Schweizer KART-Meisterschaft – Auftakt in Pavia: Heisse Kämpfe um die ersten Punkte!

Schweizer Kartmeisterschaft - Photo: Autosport SchweizSchweizer Kartmeisterschaft - Photo: Autosport Schweiz

Am vergangenen Wochenende erfolgte in Pavia südlich von Mailand der Startschuss zur Schweizer Kart-Meisterschaft. In den fünf Klassen wurde spannender Motorsport auf hohem Niveau geboten. In der Königsklasse KZ2 (Schalt-Karts) setzte sich im Finale Paul Hökfelt (CRG) knapp gegen André Reinhard (Tony Kart) durch. Der nächste SKM-Lauf findet am 21./22. Mai in Lignières bei Neuchâtel in der Schweiz statt.

Die Schweizer Kart-Meisterschaft startete auf der international renommierten Strecke Sete Laghi bei Pavia, nur eine Autostunde von der Schweizer Grenze bei Chiasso entfernt, in die neue Saison. 75 Fahrer und Fahrerinnen kämpften in den fünf Klassen um die ersten Meisterschaftspunkte. Das Freie Training am Samstag fand bei teils nassen Streckenverhältnissen statt, der Renn-Sonntag mit Qualifikation, zwei Vorläufen und einem Finalrennen pro Klasse wurde hingegen von der Sonne und frühsommerlichen Temperaturen begleitet.

Günstiger, professioneller – und zukunftsorientiert
Der Veranstalter Auto Sport Schweiz (ASS) hat für 2016 einige Neuerungen eingeführt, welche der Schweizer Kart-Meisterschaft (SKM) ein attraktiveres, professionelleres und fahrerfreundlicheres Gesicht geben sollen. Die Startgelder pro Rennen wurden reduziert, und wie im internationalen Rennsport müssen die Fahrer am Rennsonntag dank neuen Hightech-Kontrollgeräten nicht mehr nach jedem Lauf umständlich die Räder im „Parc Fermé“ demontieren und deponieren (am Renntag darf jeder Fahrer nur einen einzigen Reifensatz benützen), sondern dürfen direkt ins Fahrerlager zurückgehen.
Auch bei der Klasseneinteilung blickt man in die Zukunft und über die Landesgrenzen hinaus: Die technisch und finanziell aufwendige Klasse KF3 wurde gestrichen und die durch die neue, international immer stärker Fuss fassende OK-Serie ersetzt. „Wir haben zwar für dieses Jahr noch nicht sehr viele Anmeldungen, aber wir betrachten die neue OK-Klasse als Investition in die Zukunft. Ich bin überzeugt, dass sich diese kostengünstige Serie mit Direktantrieb und ohne Vorderbremsen in den kommenden Jahren international als eine der wichtigsten Serien für aufstrebende Nachwuchstalente durchsetzen wird“, erklärte SKM-Mitorganisator Roland Sprecher in Pavia.

KZ2-Königsklasse: Folgenreicher Patzer von Loic Vindice
Bei den mit 6 Gängen ausgerüsteten und bis zu 48 PS starken KZ2-Karts, der Königsklasse im Kart-Sport, dominierte Loic Vindice (Praga-Parilla) die Vorläufe. Im Finale erlaubte er sich aber einen verhängnisvollen Patzer: Beim Start – die KZ2-Klasse wird als einzige Kart-Klasse stehend ins Rennen geschickt – zuckte er etwas zu früh von seinem Startplatz weg und wurde mit einer 5-Sekundenstrafe belegt. Vindice kam zwar als Erster ins Ziel, wurde aber wegen der Strafzeit nur als Fünfter gewertet. „Dumm gelaufen“, ärgerte sich Vindice im Ziel, „dabei hat bis zu diesem Zeitpunkt an diesem Weekend alles gepasst.“
Das Rennen wurde wegen eines Zwischenfalls vorzeitig beendet, beim Abbruch wurde Paul Hökfelt (CRG-Maxter) knapp vor André Reinhard abgewunken. „Ich liess Vindice an der Spitze etwas wegziehen, ich wusste ja, dass er eine Strafe kassieren würde. Reinhard hat mich zwar noch überholt, aber da waren bereits die Roten Flaggen für den Abbruch draussen und ich bin nicht mehr voll gefahren“, freute sich Hökfelt im Ziel über den Sieg. Reinhard war trotz dem starken zweiten Platz etwas enttäuscht: „Ich dachte, beim Überholmanöver sei noch Grün gewesen…“
In den Top-10 klassierten sich auch zwei Frauen: Isabelle von Lerber (Swiss Hutless) wurde hervorragende Vierte, Fabienne Wohlwend (DR) wurde Achte.

Iame X30 Challenge Switzerland: Harte Bandagen…
Schon kurz nach dem Start zum Finale verkeilten sich in der ersten Schikane an der Spitze mehrere Karts. Patrick Näscher (Tony Kart), der beide Vorläufe dominiert hatte, schied mit gebrochener Lenkung aus, die andern Streithähne konnten weiterfahren. Einzig Hicham Mazou (Kosmic) war beim Massencrash ungeschoren durch und sauste dem Feld auf und davon. Zuerst lag Norick Lehner (MAD) auf Platz 2, doch bei besagtem Crash waren Radlager und Vorderbremse beschädigt worden, so wurde er bis zum Schluss bis auf Rang 7 zurückgereicht. Platz 2 holte sich Alessandro Felber (Tony Kart), der von weit hinten gestartet war und sich im Finale gegen Ramona Jetzer (Kosmic) und Lukas Muth (Tony Kart) durchsetzen konnte. „Es ist nicht einfach, als Frau sich in diesem Männerfeld zu behaupten“, sagte die drittplatzierte Ramona Jetzer zufrieden, „aber ich freue mich extrem über meinen ersten Podestplatz seit meinen schweren Unfall vor zwei Jahren in Levier.“

Iame X30 Junior: Mike Müller dominiert
Die X30-Junioren-Klasse wurde das ganze Weekend über vom letztjährigen Supermini-Meister Mike Müller (Swiss Hutless) dominiert. Er gewann beide Vorläufe und das Finale klar. „Ein Supereinstieg in die Saison“ freute sich Müller, „es hat einfach alles gepasst, die Technik und die mentale Vorbereitung“. Platz 2 belegte Elias Wigger (Praga), der von einer Zeitstrafe gegen den vor ihm einlaufenden Savio Moccia (Praga) profitierte. „Ich wusste von der Strafe gegen Moccia, also habe ich ihn gar nicht mehr angegriffen“, erzählte Wigger im Ziel. Moccia war aber auch mit Rang 3 zufrieden: „Wir haben im Training ein paar technische Probleme gehabt, diese aber bis Sonntag lösen können. Die Strafe habe ich gekriegt, weil ich beim Start nicht ganz im zugewiesenen Korridor geblieben bin.“

OK-Senior: Mit Gaststar Fabio Leimer
Die 2016 neu lancierte Serie soll mittelfristig als Sprungbrett für Fahrer dienen, die eine internationale Karriere anstreben. Diese Karts verfügen weder über eine Freilaufkupplung noch einen Elektrostarter, sie müssen also wie in früheren Kart-Epochen von Hand angeschoben werden. Beim Debüt in Pavia waren leider nur wenige Fahrer am Start, dafür mit dem bekannten Fabio Leimer (27, Mach 1) ein international bekannter Auto-Rennfahrer. „Ich war in jüngeren Jahren drei Mal Schweizer Kart-Meister. Aber seit 11 Jahren bin ich nie mehr ernsthaft in einem Kart gesessen. Aber 2016 fahre ich keine Autorennen und plane deshalb, eine komplette Kart-Saison in der OK-Klasse einzulegen. Mir fehlt es noch etwas an Training, ich habe vor Pavia nur 1,5 Tage mit dem Kart trainiert. So geht der dritte Rang im Finale in Ordnung.“ Schneller als Leimer waren Samuel Weibel (Exprit) und Yannik Klaey (Kosmik), der nach einem Jahr in der KZ2- in die neue OK-Serie gewechselt hat.

Super Mini: „Immer Vollgas gegeben…“
Bei den Hoffnungen der Zukunft (ab 8 Jahren) mit den rund 12 bis 15 PS starken 60ccm-Motörchen dominierte Alessio Fagone (Exprit) den Final klar. Er fuhr vom Start weg auf und davon. „Ich habe zwar gemerkt, dass da keiner mehr hinter mir war, habe aber trotzdem immer Vollgas gegeben“, jubelte Fagone im Ziel. Zweiter wurde Praga-Pilot Elio Sperandio (Praga). „Ich habe gegen Lagrotteria und Lugassy um den zweiten Platz gekämpft. Dann haben sich die beiden berührt, und ich hatte etwas Luft nach hinten.“

21./22. Mai: 2. SKM-Lauf in Lignières/NE

Der zweite der sechs SKM-Meisterschaftsläufe wird auf Schweizer Boden bestritten werden. Das für Kart-Rennen hervorragend geeignete, viel Sicherheit bietende TCS-Trainingsgelände in Lignières (auf dem Plateau de Diesse unterhalb des Chasseral) wird die Kart-SM gleich zwei Mal beherbergen – am 21./22. Mai wird die schnelle Piste im Gegenuhrzeigersinn befahren, am zweiten Meeting vom 17./18. September hingegen im Uhrzeigersinn!

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